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Wunderwelten / Wie Lord Flitmore eine seltsame Reise zu den Planeten unternimmt und durch einen Kometen in die Fixsternwelt entführt wird
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Wunderwelten
Wie Lord Flitmore eine seltsame Reise zu den Planeten unternimmt und durch einen Kometen in die Fixsternwelt entführt wird.
Erzählung
für Deutschlands Söhne und Töchter
von W. Mader
Illustriert von W. Egler
Verlag für Volkskunst / Rich. Keutel / Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten.
Kunstdruckerei des Verlags für Volkskunst, Rich. Keutel, Stuttgart.
Inhaltsverzeichnis.
| Seite | ||
| Personenverzeichnis | VI | |
| Vorwort | VII | |
| 1. | Ein kühnes Unternehmen | 1 |
| 2. | Sannah, das Weltschiff | 5 |
| 3. | Eine wunderbare Entdeckung | 10 |
| 4. | Die Fahrt ins Leere | 13 |
| 5. | Im Weltenraum | 20 |
| 6. | Am Mond vorbei | 27 |
| 7. | Eine ernste Gefahr | 34 |
| 8. | Die großen Astronomen | 38 |
| 9. | Der Mars | 43 |
| 10. | Eine Landung auf dem Mars | 46 |
| 11. | Die Schrecken des Mars | 50 |
| 12. | Eine Entdeckungsreise auf dem Mars | 56 |
| 13. | Die Marsbewohner | 61 |
| 14. | Eine Marskatastrophe | 68 |
| 15. | Im Meteorenschwarm | 79 |
| 16. | Ein Konzert in der Sannah | 88 |
| 17. | Die Asteroiden | 93 |
| 18. | Die Planetoideninsel | 97 |
| 19. | Der Komet | 102 |
| 20. | Die Seeschlange | 110 |
| 21. | Jupiter | 115 |
| 22. | Ein Besuch auf dem Saturn | 120 |
| 23. | Eine unfreiwillige Polarreise | 126 |
| 24. | Eine Nacht auf dem Ringplaneten | 132 |
| 25. | Eine seltsame Welt | 139 |
| 26. | Ein Kampf um die Sannah | 146 |
| 27. | Vom Kometen entführt | 155 |
| 28. | Die Geheimnisse der äußersten Planeten | 162 |
| 29. | Eine Reise ins Unendliche | 164 |
| 30. | Schimpansenstreiche | 171 |
| 31. | Verloren im Weltraum | 176 |
| 32. | Der Riesenkraken | 184 |
| 33. | Ohne Luft! | 192 |
| 34. | Ein verhängnisvoller Zusammenstoß | 195 |
| 35. | Ein Wunder | 199 |
| 36. | In der Fixsternwelt | 204 |
| 37. | Eine neue Erde | 209 |
| 38. | Die Wunder Edens | 214 |
| 39. | Sonderbare Naturgesetze | 219 |
| 40. | Eine neue Tierwelt | 228 |
| 41. | Eine paradiesische Nacht | 237 |
| 42. | Höhere Wesen | 245 |
| 43. | Im Hause des Gastfreunds | 255 |
| 44. | Neue Erkenntnisse | 260 |
| 45. | Heliastra | 268 |
| 46. | Überirdische Klänge | 272 |
| 47. | Im Reiche des Friedens | 277 |
| 48. | Eine Reise auf dem Planeten | 282 |
| 49. | Münchhausens Fabeln | 286 |
| 50. | Abschied | 290 |
| 51. | Der Planet des Fremdartigen | 295 |
| 52. | Eine Weltkatastrophe | 299 |
| 53. | Durch die Sonne | 303 |
| 54. | Der Planet Merkur | 309 |
| 55. | Zurück zur Erde! | 314 |
| 56. | Sannah | 318 |
| Nachweise | 329 |
Personenverzeichnis.
| 1. | Lord Charles Flitmore. | ||
| 2. | Mietje, Lady Flitmore, geborene Rijn, seine Gattin. | ||
| 3. | Professor Heinrich Schultze. | ||
| 4. | Kapitän Hugo von Münchhausen. | ||
| 5. | Heinz Friedung. | ||
| 6. | John (Johann) Rieger, Flitmores Diener. | ||
| Zwei Schimpansen: Dick und Bobs. | |||
| —— | |||
| 7. | Ein alter Marsbewohner. | ||
| —— | |||
| 8. | Gabokol. | ||
| 9. | Bleodila, seine Gattin. | ||
| 10. | Fliorot, sein Sohn. | ||
| 11. | Glessiblora | } | seine Töchter. |
| 12. | Heliastra | ||
| Im Schlußkapitel: | |||
| 13. | Doktor Otto Leusohn. | ||
| 14. | Sannah, geborene Rijn, seine Gattin. | ||
| 15. | Hendrik Rijn. | ||
| 16. | Helene, seine Gattin, Doktor Leusohns Schwester. | ||
| 17. | Tipekitanga, die Zwergprinzessin. | ||
| 18. | Amina, ein Somalimädchen. | ||
| 19. | Piet Rijn, Hendriks, Mietjes und Sannahs Vater. | ||
| 20. | Frans | } | weitere Söhne Piet Rijns. |
| 21. | Klaas | ||
| 22. | Danie |
Vorwort.
Den vollen Gewinn von dieser Erzählung wird nur die schon gereiftere Jugend haben, die mit Verständnis und gewiß auch mit lebhaftem Interesse die Wunder der Sternkunde kennen lernen wird. Das ganze Gebiet der Astronomie soll ihr im Laufe der Erzählung in der Hauptsache erschlossen werden.
Nun werden aber auch wohl jüngere Leser, für welche die wissenschaftlichen Gespräche vielleicht noch zu hoch sind, die seltsamen Erlebnisse und Entdeckungen der Weltall-Reisenden lesen wollen. Diese mögen getrost die Stellen überschlagen, die ihnen noch nicht verständlich erscheinen, namentlich in Kapitel 8, 15, 18, 26, 32 und 48.
Sollte einem oder dem andern Kritiker einiges über die Grenzen des Wahrscheinlichen (natürlich nicht des „Möglichen“) hinauszugehen scheinen, so möge er sich aus den Nachweisen überzeugen, ob nicht die Wissenschaft selber die Phantasie stützt.
Eschelbach, im Juli 1911.
Der Verfasser
- Ein kühnes Unternehmen.
Professor Dr. Heinrich Schultze lehnte sinnend in seinen Sessel zurück. Vor ihm auf dem mit Büchern und Papieren bedeckten Schreibtisch lag ein Brief, der seine Gedanken beschäftigte.
Da läutete es an der Eingangstüre seiner Wohnung und kurz darauf pochte es gewaltig an die Studierzimmertüre.
„Herein!“ rief der Professor, sich erhebend.
Die Türe öffnete sich und es erschien ein ältlicher, doch frisch und blühend aussehender Mann von stattlicher Leibesfülle.
„Kapitän Münchhausen!“ rief Schultze und eilte überrascht und erfreut, auf den Mann zu, ihm beide Hände entgegenstreckend. „Welcher günstige Monsun führt Sie von Australien nach Berlin und just in dieser Stunde? Ich bin starr! Denken Sie, soeben weilten meine Gedanken bei Ihnen in Adelaide und ich wünschte mir, Sie herzaubern zu können.“
„Nun! Der Zauber ist gelungen!“ lachte Münchhausen: „da bin ich. Und was mich herführt? Sie wissen, ich halte das untätige Herumsitzen auf dem Kulturboden nicht lange aus. Na! habe ich gedacht: schaust einmal nach, was der olle Schultze macht; vielleicht plant er wieder irgend ein famoses Unternehmen; da muß ich dabei sein! Und plant er keins, so will ich ihn aufrütteln und wir planen eines miteinander. He! Wie steht’s damit, Professorchen?“
„Ich sage Ihnen, Sie kommen wie gerufen. Da, setzen Sie sich her, altes Haus.“
Unterdessen drückte der Professor auf den Knopf der elektrischen Klingel und beauftragte den hierauf erscheinenden Diener, eine Flasche Wein und zwei Gläser zu bringen und alsdann im Eßzimmer einen kalten Imbiß
zu richten: „Das Feinste, was wir haben,“ mahnte er: „Der Kapitän ist Feinschmecker.“
„Oho!“ lachte dieser: „Habe ich mir nicht Termiten, Raupen und Rohrratten schmecken lassen, wenn es darauf ankam? Ich nehme alles wie es kommt.“
„Jetzt kommt aber etwas Besseres als afrikanische Hungerkost, alter Freund; und ich weiß, Sie nehmen das Bessere gerner an als das Schlechtere.“
„Ein Narr, wer’s nicht tut! Aber nun, Professor, was planen Sie?“
„Ich habe eigentlich gar nichts geplant; aber ein andrer: Sie erinnern sich wohl noch Lord Flitmores?“
Münchhausen lachte, daß es dröhnte: „Auf so eine Frage kann doch nur ein weltfremder Professor verfallen! „Erinnern“ ist gut! Wenn man mit einem Manne, wie der Lord, solche Abenteuer erlebt, solche Kämpfe durchfochten und solche herrliche Stunden durchkostet hat, wie wir zwei beide, dann soll man ihn wohl vergessen können? Verzeihen Sie, Professor, aber Ihre Frage ist ... na, wie soll ich sagen?“
„Dumm!“ ergänzte Schultze, seinerseits lachend: „Sie haben recht, oller Seebär. Also! Hier habe ich einen Brief von Flitmore erhalten. Er schreibt, er habe eine kaum glaubliche Entdeckung gemacht.“
„Kaum glaublich? Hören Sie, dem glaube ich alles, dem traue ich das Wunderbarste zu nach den Proben seines Erfindergenies, die er uns in Afrika gegeben.“
„Das stimmt! Aber hören Sie: er schreibt, seine Entdeckung hebe die trennenden Räume des Weltalls auf und gestatte Reisen nach dem Mond, nach den Planeten, vielleicht gar in die Fixsternwelt. Und nun ladet er mich ein, ihn auf seiner ersten Fahrt zu begleiten. Was halten Sie davon? Sollte er nicht doch ein wenig übergeschnappt sein?“
„O, daß Sie Männer der Wissenschaft keine neue, erstaunliche Entdeckung ohne Zweifel begrüßen können! Wenn die Professoren darüber zu entscheiden hätten, alle genialen Erfinder kämen ins Irrenhaus! Ich sagte Ihnen, dem Lord traue ich alles zu. Er ist ein Genie. Telegraphieren Sie ihm nur gleich, ob er mich mitnimmt? Ha! das gibt eine Reise! Das ist noch nie dagewesen, außer in der Phantasie kühner Schriftsteller: Da muß ich mit!“
„Das ist es ja gerade: Lord Flitmore bittet mich, ihn zu begleiten, da er weiß, daß ich mich in den letzten Jahren ganz auf die Astronomie geworfen habe und er meine Veröffentlichungen auf diesem Gebiet mit Interesse und Beifall verfolgte, wie er schreibt. Dann aber fragt er nach
Ihnen und nach Ihrer Adresse. Er ist voll Bewunderung für das Automobil, das Sie erfanden, und mit dem wir Australien durchforschten.“
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